Samstag, 9. März 2013






Bericht vom Samstag, den 9.März 2013




1462 Flugkilometer und weitere 1 ½ Bahnstunden von Wien entfernt habe ich für die nächsten zwei Wochen Quartier in Tampere bezogen. Wie es sich in einer alten Industrie gehört, bin ich in einem ausgedienten umgebauten Fabriksgebäude untergebracht. Tampere wird ja auch das Manchester des Nordens genannt. Baumwollverarbeitende Betriebe beherbergen die Gebäude schon lange nicht mehr. Längst sind Forschungsabteilungen diverser Konzerne, Einkaufszentren oder eben Hotels in die alten Gemäuer eingezogen.


Fürs erste machen mir die Finnen einen sehr gemächlichen Eindruck und halten offenbar viel von Ordnung. Will man eine Bahnfahrkarte erstehen, muss man zunächst einer Maschine einen Nummernzettel entlocken. Gelingt einem das, darf man in einer riesigen Halle zum Warten Platz nehmen. In einem Respektsabstand von ca. 15m befindet sich eine Schalterzeile. Blinkt die gezogene Nummer, so setzt man sich mäßigen Schrittes zum Schalter in Bewegung. Genug Zeit für das Personal sich von den Anstrengungen des letzten Fahrkartenverkaufs zu erholen. Neben Geduld erfordert es auch einiges an Konzentration alle zwölf Schalter gleichzeitig im Blick zu halten, bis man schließlich irgendwo seine Nummer erspäht.


Hier in der Region Tampere ist noch alles tief winterlich verschneit. Die Straßen sind teilweise spiegelglatt und auch auf den Gehwegen ist es oft sehr rutschig. Auf den Radwegen herrscht dennoch reger Betrieb. Teils sind Spuren für Skilangläufer gezogen, teils gönnen die Finnen ihren Drahteseln nicht einmal bei Minus zehn Grad eine Pause. Sie bewegen sich, stets langsamer als die Langläufer, mit der gebotenen Vorsicht und mit viel Geschick voran.


Morgen in der Früh geht es los mit einer Vorbesprechung mit jenen Kolleginnen, mit welchen ich die kommenden Wochen zusammenarbeiten werde. Kollegin Pia Loven und Kati Luhtajärvi-Nikkanen. Am Nachmittag habe ich frei und werde zum Schispringen nach Lahti fahren.

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