Sonntag, 24. März 2013






Bericht vom Freitag, den 22. März 2013




Die finnische Presse

Natürlich verstehe ich die meisten Schlagzeilen der finnischen Presse nicht. Ich habe mir aber in den letzten beiden Wochen regelmäßig die Schlagzeilen angesehen. Manche Namen tauchen immer wieder auf. So hat die Öffentlichkeit hier großes Interesse an den britischen Royals Kate und William. Auch die schwedische Königsfamilie findet immer wieder ihren Weg auf die Titelseiten der Boulevardzeitungen. Über einen wird fast täglich eine neue Story geschrieben. Es ist der ehemals weltbeste Skispringer Matti Nykänen. Kaum ein Tag vergeht an dem er mir nicht von einer Titelseite entgegenblickt. Erst heuer wurde Matti Nykänen von Gregor S-14, so wird Schlierenzauer wegen der Überlänge und Unaussprechlichkeit seines Namens oft genannt, an Weltcupsiegen eingeholt. Letzte Woche kam es übrigens zu einer Begegnung des Exstars mit dem aktuellen Star. Beim Schisprungweltcup in Kuopio wurde im Qualifikationsspringen Gregor Schlierenzauer von Matti Nykänen am Trainerturm abgewunken. Die Schlagzeilen über Matti Nykänen sind meist negativen Charakters. Er ist durch seinen Lebenswandel zu einer tragischen Figur verkommen und ein Fressen für die Presse.

Letzte Woche: „Hier ist mein neuer Schatz!"


Diese Woche: „Matti hat mich betrogen und ausgenutzt!"



„Wo bist Du verschwunden Matti?"


„Matti Nykänen hat sich rückwirkend krank schreiben lassen?"

Auch im protestantischen Finnland nicht unbemerkt geblieben ist der Führungswechsel in der Katholischen Kirche. 76% der Bevölkerung bekennen sich zur Finnisch-Lutherischen Kirche. Die zweitgrößte Kirche des Landes ist die finnische Russisch-Orthodoxe Kirche. Hier erkennt man den Einfluss des nahen Russlands. Ab 1809 stand Finnland unter russischer Herrschaft. Die Gunst der Stunde nutzend löste sich Finnland 1917 während der Wirren der Russischen Revolution von der Fremdherrschaft los und wurde selbstständig. Die Katholische Kirche zählt hier weniger als 10 000 Mitglieder. Der neue Papst daher nicht in der Hauptschlagzeile erwähnt, aber immerhin auf der Titelseite.

„Das ist der Überraschungspapst"

 





Bericht vom Samstag den 23. März 2013





Meine offizielle Mission in Tampere habe ich mit gestrigem Tag beendet. Zum Abschluss durfte ich am Gymnasium die tägliche Tagesansprache über Lautsprecher halten. Diese Gelegenheit habe ich dazu genutzt, um mich auch mit zwei österreichichen Liedern zu verabschieden: "Heast as nit, wia die Zeit vergeht" und "I am from Austria".

 
Es waren beeindruckende Tage mit vielen intessanten Gesprächen und Begegnungen. Es war aber auch eine sehr intensive Zeit. Gestern Abend gab es noch ein gemeinsames Abendessen in einem Wikingerlokal im Zentrum von Tampere. Helena Tuusa, die Schulleiterin des Gymnasiums, lud mich zu einem klassischen finnischen Essen ein. Zum erstenmal in meinem Leben aß ich ein Rentiersteak. Es schmeckte vorzüglich.  Der Abschied von den finnischen KollegInnen ist mir nicht sehr leicht gefallen. Ich habe sie doch schon nach kurzer Zeit sehr ins Herz geschlossen. Sie haben sich bemüht mir den finnischen Schulalltag in allen Facetten zu zeigen. Ob Konfernzen, schriftliche Maturaprüfung oder einfach nur Unterricht in den Klassen. Alles war perfekt für mich organisiert. Dafür möchte ich mich bei Kati Luhtajärvi-Nikkanen und Pia Loven herzlichst bedanken. Aber auch den anderen KollegInnen, die mir das Hospitieren ermöglichten, sei gedankt. Und selbstverständlich auch allen SchülerInnen, die sich von mir die eine oder andere Unterrichtseinheit auf Englisch gefallen lassen mussten. Sie werden mir als interessierte Zuhörer in Erinnerung bleiben.




Rentiersteak

Heute nutze ich den Tag, um mir noch einige Sehenswürdigkeiten in Tampere anzusehen. Ich besichtige den Dom und besuche auch das Finlaysoncenter. Diese ehemalige Baumwollfabrik war einst für den Aufstieg Tamperes als finnisches Industriezentrum verantwortlich. Im ehemaligen Fabriksgebäude ist heute ein Museum, welches die Arbeitswelt einst und heute dokumentiert, untergebracht. Im Keller befindet sich ein Spionagemuseum, welches spektakuläre Fälle von den alten Hochkulturen bis hin zum Kalten Krieg zeigt. Unweit des Stadtzentrums ist ein weiteres Museum, das Leninmuseum, sehr bemerkenswert. Es ist in jenen Räumlichkeiten untergebracht, wo einst Lenin und Stalin zu Beratungen zusammentrafen.  Am späten Nachmittag fahre ich weiter in die ostfinnische Stadt Rauma. Sie ist UNESCO-Weltkulturerbe und wegen ihrer überwiegend aus roten Holzhäusern bestehenden Altstadt bemerkenswert.


Die Tuomiokirkko von Tampere - der Mariendom


Die ehemalige Baumwollfabrik Finlayson
 
Morgen geht es weiter in die frühere finnische Hauptstadt Turku, ehe ich meine Reise Richtung Helsinki fortsetzen werde. Auch in den nächsten Tagen werde ich mich bemühen weiter kurz zu berichten.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen