Bericht vom Mittwoch, den 13. März 2013
Schulwechsel
Heute besuche ich ein Gymnasium, die Tampereen Teknillien
lukio. Die Schule liegt unweit der bereits
besuchten Grundschule ebenfalls im Stadtteil Hervanta . Das Stadtviertel ist eine Satellitenstadt mit schlechter
Infrastruktur und hohem Migrantenanteil. Das Gymnasium ist sehr klein. Es gibt rund 300 SchülerInnen und 20 LehrerInnen. Die Schulzeit beträgt drei Jahre.
Trostlose Wohnsilos und Schneeberge
Eingangsbereich Tampereen Teknillien Schule
Ich besuche einen Mathematikkurs bei Frau Ulla Sorri. Einige SchülerInnen haben schon zu Stundenbeginn ihren Laptop hochgefahren. Ich sitze in der letzten Reihe und beobachte zwei Schüler, die zu spät kommen und wortlos vor mir Platz nehmen. Einer verwendet einen Laptop, dessen Akku leer ist. Mit seinem Ladekabel legt er mich praktisch in Fesseln.
Ein ähnliches Bild wie in der Grundschule. Auf dem Smartboard wird 1:1 eine Schulbuchseite projiziert. An die Aufgabenstellung wird gleich die Lösung angehängt, welche kurz erörtert wird. Die SchülerInnen vergleichen mit dem Heft. Ich werfe einen Blick ins Mathematikbuch. Ein Theorieteil ist nur marginal vorhanden. Einer anschaulichen stets durch Skizzen ergänzten Musteraufgabe folgen mehrere Übungsbeispiele. Hinten im Buch findet man die Lösungen dazu und eine kurze Formelsammlung.
Über die Plattform Moodle werden einem Mathematikstudenten mehrere Fragen beantwortet. Beim Login gibt es Probleme. Einem Schüler dient sein Handy als Ersatz für seinen Laptop. Einige Schüler nützen die Gelegenheit, um schnell einmal auf Facebook vorbei zu schauen. Nach und nach werden die Laptops eingepackt, bis nur mehr drei stehen bleiben. Auf einem läuft ein Film weiter und die anderen dienen zum Surfen im Internet.
Über die Plattform Moodle werden einem Mathematikstudenten mehrere Fragen beantwortet. Beim Login gibt es Probleme. Einem Schüler dient sein Handy als Ersatz für seinen Laptop. Einige Schüler nützen die Gelegenheit, um schnell einmal auf Facebook vorbei zu schauen. Nach und nach werden die Laptops eingepackt, bis nur mehr drei stehen bleiben. Auf einem läuft ein Film weiter und die anderen dienen zum Surfen im Internet.
Das Hauptthema der Einheit ist der Cosinussatz. Am Whiteboard wird die Formel
dafür präsentiert und danach anhand einer Skizze kurz erläutert. Es folgt ein
von der Lehrerin schrittweise händisch gerechnetes Beispiel. Die Schüler
schreiben im Heft mit. Fast alle verwenden dazu Bleistifte. Ein Schüler
verfolgt zusätzlich auf seinem Laptop die Ausrechnung vom Smartboard. Für mich
ist dies die bislang erfreulichste Unterrichtseinheit in Tampere. Trotz
finnischer Unterrichtssprache habe ich alles verstanden. Die Sprache der
Mathematik ist eben international.
Opernaufführung in der Tampere Halle
Tampere-talo - ein moderner Mehrzweckbau
Am Abend geht es in die Tampere-talo zu Madame Butterfly von Giacomo Puccini.
Das Gebäude aus den 1980er Jahren beherbergt neben einem riesigen Saal für
Opernaufführungen und Konzerte auch ein Kongresszentrum. Im Inneren erinnert
insbesondere die Konstruktion der Decke an die Berliner Philharmonie.
Zahlreiche Holzelemente an den Wänden verbessern die Akustik. Zu den Plätzen am
Rang gelangt man vom Foyer aus mit einer Rolltreppe, welche am Beginn der Pause
die Richtung wechselt und so die Besucher wieder zum Buffetbereich hinunter bringt. Das Foyer
ist einem Restaurant ähnlich gestaltet und die Zuschauer stärken sich dort auch
schon lange vor der Vorstellung. Der Opernbesuch wird hier als Event mit gesellschaftlichem
Rahmenprogramm zelebriert. Die jenen in einem Fernreisebus ähnelnden Sitze mit
Nackenstütze können mit einer einfachen Holzkonstruktion zu einem erhöhten
Kindersitz umfunktioniert werden. Die Aufführung ist leider schlecht besucht. Das Orchester wird von einer Frau dirigiert. Die
Inszenierung besticht durch ihre Schlichtheit, bei welcher die Abstraktion aber nie
zu einer störenden Realitätsferne führt.
Theatersessel mit Kindersitzauflage
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