Donnerstag, 21. März 2013





Bericht vom Mittwoch, den  20. März 2013




Abschlussprüfung


Heute ist ein großer Tag für 61 SchülerInnen des Gymnasiums. Der Tag der Mathematikmatura. In einer benachbarten riesigen Sporthalle herrscht schon lange vor dem Beginn um Punkt 9:00 Uhr große Hektik. Die Sicherheitskontrollen erinnern an ein Hochrisikospiel beim Fußball. Handies und Brieftaschen, mit Namensetikett versehen und Klebeband versiegelt, müssen beim Eingang abgegeben werden. Die SchülerInnen müssen sich einer strengen Leibesvisitation unterziehen. Die mitgebrachte Jause muss ausgepackt sein und auf den Getränkeflaschen sind sämtliche Schriftzüge blickdicht abzukleben. Die Aufgabenstellung erfolgt in Finnland seit Jahren zentral. Niemand kann sich mehr genau erinnern, wann das eingeführt wurde. Bevor die Direktorin zwei versiegelte Kuverts mit den Fragen öffnet, kontrollieren zwei LehrerInnen und zwei SchülerInnen deren Unversehrtheit. Es gibt zwei verschiedene Gruppen. Eine für vertiefende Mathematik und die andere für normale Mathematik. An allen vier Seiten von LehrerInnen flankiert beginnen die SchülerInnen zu arbeiten. Muss jemand auf die Toilette, dann nur in Begleitung einer LehrerIn. Die Arbeitszeit beträgt sechs Stunden. Erst nach frühestens der Hälfte der Zeit ist es erlaubt den Raum zu verlassen.

Am Nachmittag steht wieder Assistenz im Deutschunterricht im Gymnasium auf dem Programm. Anhand von typisch österreichischen Rezepten werden die Vokabel der Grundnahrungsmittel wiederholt. Auch das Bestellen in einem Wiener Kaffeehaus spielen wir nach. Die Anzahl der zahlreichen verschiedenen Arten von Kaffee überrascht.

 
Abendprogramm ist heute ein Kinobesuch. In einem Kinocenter schaue ich mir Les Miserables an. Filme werden hier nicht synchronisiert, sondern in der Originalsprache mit finnischen Untertiteln gezeigt. Das fördert sowohl die Lesefähigkeit in der Muttersprache, als auch das Hörverständnis in der Fremdsprache.



 
Nachtrag zum 19. März 2013


Zum Abschluss ein kleiner Nachtrag zu gestern. Den Vormittag brachte ich wieder mit Hospitationen zu. Dabei hatte ich die Gelegenheit Unterricht von Mathematik A (vertiefend) und Mathematik B (normal) zu beobachten. Neben dem unterschiedlichen fachlichen Niveau war auch ein deutlicher Motivationsunterschied zu erkennen. Arbeitshaltung und auch die Pünktlichkeit der SchülerInnen bei Mathematik B waren niedriger.


Vortrag zur österreichischen Kultur- und Landeskunde
 
Am Nachmittag hielt ich zwei Vorträge über Geograhie, Geschichte, Kultur und Bildungssystem Österreichs vor jeweils rund 50 SchülerInnen. Als Belohnung fürs Zuhören gab es Mozartkugeln, Mannerschnitten und Centmünzen. Diese sind in Finnland nicht in Umlauf und erregten deshalb Aufmerksamkeit. Überrascht waren die SchülerInnen, als ich ihnen Live is Life von Opus vorspielte und anmerkte, dass es sich dabei um eine österreichische Band handle. Der Song ist allseits bekannt. Er wird beim örtlichen Eishockeyverein bei jedem Torerfolg angespielt.

Danach gings auf einen der wenigen Granithügel in Tampere zum Schifahren. Die Ausmaße erinnern zwar eher an Modellbahndimensionen, aber ich genoss es mich bei strahlendem Sonnenschein und eisigen Temperaturen sportlich zu betätigen.

Laskettelurinne - Minischigebiet im Stadtteil Hervanta

Die tiefstehende Sonne blendet sehr

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