Bericht vom Donnerstag, den 21. März 2013
Konferenztag
Heute ist Konferenz in der Grundschule. Ohne Vorwarnung werde ich am Beginn nach vor gebeten. Damit ich in Österreich als Finnlandfan auftreten kann, werde ich mit Haube und Schal, ganz in weiß gehalten mit blauem Kreuz, ausgestattet. Ich muss versprechen, dass ich bei der kommenden Weltmeisterschaft im Eishockey Finnland die Daumen drücken werde. Solange es kein direktes Duell mit Tschechien gibt, sollte das kein Problem sein. Danach wird die Terminplanung der nächsten Zeit besprochen und eine Notenkonferenz für die zu Ende gehende Periode abgehalten. In Finnland gibt es keine Semestergliederung. Jede Schule entscheidet, in wie viele Perioden das Schuljahr unterteilt wird. An dieser Schule sind es vier Perioden und die dritte geht soeben zu Ende. Alle erhalten Computerausdrucke der Klassenübersichten und müssen die Noten mit ihren Aufzeichnungen vergleichen. Die Notenskala reicht in Finnland von 4 bis 10. Die schlechteste Note ist 4. Für alle SchülerInnen, die diese Benotung in einem Fach erhalten haben, wird ein Förderplan festgelegt. Diese SchülerInnen können dann Unterricht in Kleingruppen bei StützlehrerInnen erhalten, oder auch Einzelstunden mit den eigenen LehrerÍnnen. Diese Maßnahmen sollen helfen, dass am Jahresende zumindest eine 5 erreicht wird. Zwei 4er darf man sich, ähnlich wie in Österreich, auch hier am Beginn des neuen Schuljahres ausbessern. Schafft man das nicht, so muss man alle Fächer, also auch die bestandenen, wiederholen. Bleibt ein 4er übrig, so gibt es ein beratendes Gespräch mit den Eltern. Dabei soll geklärt werden, ob ein Aufsteigen oder ein Wiederholen sinnvoller ist.
Stützunterricht
Stützunterricht zu halten ist nicht immer leicht. Wegen ausbleibender Erfolge sind die LehrerInnen oft frustriert. Soeben hat gerade wieder eine Stützlehrerin das Handtuch geworfen. Es ist schwer diese Aufgabe neu zu vergeben. In einer Pause berichten mir zwei Deutschlehrerinnen über die zunehmenden Probleme des Schulalltages. Die Motivation von Immigranten sei nicht immer leicht und die Unterschiede je nach Herkunftsland sehr verschieden. SchülerInnen aus Russland zeigen stets großen Ehrgeiz und Sprachschwierigkeiten wirken sich bei ihnen auf die sonstigen Leistungen kaum negativ aus. SchülerInnen aus anderen Herkunftsländern können hier meist nicht mithalten. Vielleicht auch Mentalitätssache? Ein großer Vorteil sind jedenfalls die an dieser Schule in sehr vielen Sprachen vorhandenen LehrerInnen für die diversen Muttersprachen. Ist eine Elternvorsprache nötig, so stehen sie auch als DolmetscherInnen zur Verfügung.
Stadtrundfahrt
Nach der Schule setze ich mich einfach in einen Linienbus und fahre bis zur Endstation ans andere Ende der Stadt. Hier sieht es ganz anders aus als im Viertel der Schulen. Ein schönes Einfamilienhaus, umgeben von schönen Gärten, reiht sich an das andere. Ich lerne ein mir bisher unbekanntes Finnland kennen. Ich bin im Nobelviertel der Stadt gelandet.
Nach der Schule setze ich mich einfach in einen Linienbus und fahre bis zur Endstation ans andere Ende der Stadt. Hier sieht es ganz anders aus als im Viertel der Schulen. Ein schönes Einfamilienhaus, umgeben von schönen Gärten, reiht sich an das andere. Ich lerne ein mir bisher unbekanntes Finnland kennen. Ich bin im Nobelviertel der Stadt gelandet.
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