Mittwoch, 13. März 2013






Bericht vom Dienstag, den 12. März 2013




Unerwartete Schwierigkeiten

Die spinnen die Griechen. Nicht nur Griechenlands Wirtschaft ist in der Krise. Auch die Götter und insbesondere ihr Gesinde sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Zunächst habe ich gestern im Lehrerzimmer über Schwierigkeiten die Schulwarte betreffend gehört. Ihr Pflichtbewußtsein lässt zu Wünschen übrig und viele Dinge bleiben unerledigt. Unter anderem sollen sie sich trotz mehrmaliger Aufforderungen nicht darum gekümmert haben bei der Post hinterlegte Pakte abzuholen. Meine beiden Sendungen, gefüllt mit verschiedensten Unterrichtsmaterialien, sind aus Wien kommend noch nicht in der Schule eingetroffen. Ich nehme also an, dass sie ebenfalls noch bei der Post liegen. Ein Irrtum, wie sich heute herausstellt. Schnell verfasse ich ein Urgenzschreiben an den Hermes Paketdienst und erhalte prompt Antwort. Mein Schreiben werde an die zuständige Abteilung weitergeleitet. Wenn die Weiterleitung des E-Mails auch so viel Zeit benötigt wie der Paketversand, dann kann das ja noch dauern!




Technische Präsentationsgeräte in den Klassen
Verärgert beginne ich für den Unterricht zu improvisieren. Ein wenig Länderkunde und Kulturkunde Österreichs mit Unterstützung des in vielen Klassenzimmern vorhandenen Smartboards. Der Kampf mit der Technik beginnt. Nach einigen Overflow-Errors, bei welchen auch die auf dieses Gerät eingeschulte Kollegin mehrmals der Hilfe eines Schülers bedurfte, ging es endlich los. Nur in der Musikklasse kannte man Wolfgang Amadeus Mozart als Beispiel für einen bekannten Österreicher. Also musste schnell ein anderer Salzburger her, welcher in Hermann Maier auch rasch gefunden war. Die Finnen haben etwas über für Action. Nicht nur, dass ich schon zum wiederholtem Male die Frage beantworten musste, ob denn Arnold Schwarzenegger mein Lieblingsschauspieler sei, das Video vom Sturz in Nagano 1998 begeistert. Seit heute ist nicht nur der Terminator, sondern auch der Herminator den SchülerInnen in Hervanta ein Begriff. Auch sein erstes Interview nach dem Sturz bleibt nicht ohne Wirkung. Welche Sprache ist das? Deutsch?




Spannendes Eishockeymatch



Am Abend besuche ich ein Eishockeyspiel in der Hakametsän Jäähalli. Das gehört zur finnischen Kultur genauso wie ein Saunabesuch. Vor 5960 Zuschauern dreht Tappara, die Heimmannschaft aus Tampere, nach einem 0:2 Rückstand das Spiel gegen die Pelicans aus dem benachbarten Lahti noch um. Tappara siegt schließlich 4:3. War ich am vergangenen Sonntag nur ein wenig verwundert, als aus den Stadionlautsprechern DJ Ötzi dröhnte, so verblüffte mich die musikalische Umrahmung des Torjubels doch sehr. Live is Life von Opus. Vielleicht sollte man doch überdenken die Bilder auf unseren Euromünzen auszutauschen. DJ Ötzi statt Mozart und Opus statt Bertha von Suttner hätten hier in Finnland offenbar einen viel höheren Werbeeffekt für Österreich.
Die Eishalle der Cracks von Tampere, der Tappara


Vor, während und nach dem Match herrscht großartige Stimmung

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